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Literatur LIVE

Miriam Davoudvandi: Das können wir uns nicht leisten

Mo, 16.03.2026 20:00 Uhr

© Daniel Nguyen





Buchpremiere

»In Deutschland heißt es, ich sei in relativer Armut aufgewachsen. Abgetragene Victory-Schuhe von Deichmann statt Nikes, aber hey, immerhin Schuhe. Zur Schule laufen, weil die Familie noch nie ein Auto besessen hat, aber hey, immerhin Schulbildung und das sogar auf einem Gymnasium – der Ort, der Kindern in Armut besonders häufig verwehrt bleibt. Das Zimmer mit den Geschwistern teilen, aber hey, immerhin eine Wohnung. Hineingeboren in eine Familie, die noch ärmer aufgewachsen ist als ich, habe ich vor allem eines gelernt: Beschwer dich nicht, dir geht’s relativ gut.«

Nach ihrem ersten Kuss hat sie erst einmal geweint, denn Miriam Davoudvandi wusste, dieser Typ muss irgendwann ihr Elternhaus von innen sehen: der schäbige Sozialbau inmitten von Einfamilienhäusern, die vollgestellten Zimmer, das zerschlissene Bad. Die Scham nicht dazuzugehören prägte Miriam Davoudvandi spätestens seit ihrer Einschulung. Und während sie viel Energie darauf verwendet, ihre Lebensumstände zu verstecken und sich um jeden Preis anzupassen, hört sie zu Hause vor allem einen Satz immer wieder: Das können wir uns nicht leisten.

Inzwischen hat sie es geschafft, ist sozial aufgestiegen und verdient mehr als ihre Eltern jemals. Ihr Fazit: Geld macht sehr glücklich. Aber zu welchem Preis? So entwaffnend wie berührend erzählt Miriam Davoudvandi, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein. Dabei blickt sie nicht nur auf die offensichtlichen Schauplätze von Armut, sondern auch auf Aspekte wie Dating, Freundschaften, Gesundheit und Psyche und das Leben als Erstakademikerin. Und zeigt, warum sogar Sterben und Trauern hierzulande nur etwas für Reiche ist.

Denn um Armut zu bemessen, gibt es zwar unzählige mathematische Ansätze, jedoch helfen sie nicht zu verstehen, wie Armut sich anfühlt und was sie langfristig mit einem macht. Armut tut weh, aber diese Geschichten möchte niemand hören. Dabei ist Armut etwas, was sich – theoretisch – leicht beseitigen ließe. Dass wir das gerade in Deutschland nicht hinbekommen, ist peinlich – für uns alle.

Miriam Davoudvandi ist 1992 in Bukarest als Tochter einer Rumänin und eines Iraners auf der Flucht geboren und wuchs in Süddeutschland auf. Sie ist freie Journalistin, Moderatorin und Autorin, wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie ist Host des WDR-Podcast „Danke, gut“, in dem sie mit Menschen aus der Öffentlichkeit über psychische Gesundheit spricht. Ihre Texte über Politik, Psyche und Popkultur erscheinen unter anderem im SPIEGEL und der taz. Außerdem hat sie Texte für's Theater („It’s Britney, Bitch!“ im Berliner Ensemble) verfasst. Zuletzt erschien ihr Beitrag in der Bestseller Anthologie »Unlearn Patriarchy II« (Ullstein).

"Das können wir uns nicht leisten" erscheint am 18. März 2026, 320 Seiten, btb Verlag

literatur-live-berlin.de
Eine Veranstaltung von Literatur LIVE in Kooperation mit dem btb Verlag und der Thalia Buchhandlung



Veranstaltung weiterempfehlen



Menschen mit Beeinträchtigung sowie Rollstuhlfahrer*innen in Begleitung (kostenfrei) kontaktieren uns für Eintrittskarten und Platzreservierungen bitte unter kasse@pfefferberg-theater.de.    

Schwerbehinderte, Arbeitssuchende, Azubis, Schüler*innen und Studierende legen bitte einen entsprechenden Nachweis an der Kasse bzw. beim Einlass vor.


Literatur LIVE

Miriam Davoudvandi: Das können wir uns nicht leisten

Buchpremiere

»In Deutschland heißt es, ich sei in relativer Armut aufgewachsen. Abgetragene Victory-Schuhe von Deichmann statt Nikes, aber hey, immerhin Schuhe. Zur Schule laufen, weil die Familie noch nie ein Auto besessen hat, aber hey, immerhin Schulbildung und das sogar auf einem Gymnasium – der Ort, der Kindern in Armut besonders häufig verwehrt bleibt. Das Zimmer mit den Geschwistern teilen, aber hey, immerhin eine Wohnung. Hineingeboren in eine Familie, die noch ärmer aufgewachsen ist als ich, habe ich vor allem eines gelernt: Beschwer dich nicht, dir geht’s relativ gut.«

Nach ihrem ersten Kuss hat sie erst einmal geweint, denn Miriam Davoudvandi wusste, dieser Typ muss irgendwann ihr Elternhaus von innen sehen: der schäbige Sozialbau inmitten von Einfamilienhäusern, die vollgestellten Zimmer, das zerschlissene Bad. Die Scham nicht dazuzugehören prägte Miriam Davoudvandi spätestens seit ihrer Einschulung. Und während sie viel Energie darauf verwendet, ihre Lebensumstände zu verstecken und sich um jeden Preis anzupassen, hört sie zu Hause vor allem einen Satz immer wieder: Das können wir uns nicht leisten.

Inzwischen hat sie es geschafft, ist sozial aufgestiegen und verdient mehr als ihre Eltern jemals. Ihr Fazit: Geld macht sehr glücklich. Aber zu welchem Preis? So entwaffnend wie berührend erzählt Miriam Davoudvandi, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein. Dabei blickt sie nicht nur auf die offensichtlichen Schauplätze von Armut, sondern auch auf Aspekte wie Dating, Freundschaften, Gesundheit und Psyche und das Leben als Erstakademikerin. Und zeigt, warum sogar Sterben und Trauern hierzulande nur etwas für Reiche ist.

Denn um Armut zu bemessen, gibt es zwar unzählige mathematische Ansätze, jedoch helfen sie nicht zu verstehen, wie Armut sich anfühlt und was sie langfristig mit einem macht. Armut tut weh, aber diese Geschichten möchte niemand hören. Dabei ist Armut etwas, was sich – theoretisch – leicht beseitigen ließe. Dass wir das gerade in Deutschland nicht hinbekommen, ist peinlich – für uns alle.

Miriam Davoudvandi ist 1992 in Bukarest als Tochter einer Rumänin und eines Iraners auf der Flucht geboren und wuchs in Süddeutschland auf. Sie ist freie Journalistin, Moderatorin und Autorin, wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie ist Host des WDR-Podcast „Danke, gut“, in dem sie mit Menschen aus der Öffentlichkeit über psychische Gesundheit spricht. Ihre Texte über Politik, Psyche und Popkultur erscheinen unter anderem im SPIEGEL und der taz. Außerdem hat sie Texte für's Theater („It’s Britney, Bitch!“ im Berliner Ensemble) verfasst. Zuletzt erschien ihr Beitrag in der Bestseller Anthologie »Unlearn Patriarchy II« (Ullstein).

"Das können wir uns nicht leisten" erscheint am 18. März 2026, 320 Seiten, btb Verlag

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Mo, 16.03.2026 20:00 Uhr


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